Illustration von Ernst Hermann.
Im Jahre 1983 wurde in der Stadt Kemnath nach über zweihundertjähriger Unterbrechung die bis zum Anfang des achtzehnten Jahrhunderts zurückzuverfolgende Tradition der Passionsspiele wiederbelebt. Seither wird das "Spiel von der Gefangennahme, Verurteilung und Kreuzigung Jesu" alle fünf Jahre in der Karwoche aufgeführt - das nächste Mal im Jahre 2013. Grundlage für das Spiel ist die "Passion Comedi", wie sie - in einer Fassung aus dem Jahre 1731 - im Bischöflichen Zentralarchiv in Regensburg vorliegt. Das Passionsspiel, das wahrscheinlich von einem Mönch des früheren Kemnather Franziskanerklosters verfasst wurde, bildete einst alljährlich den Mittelpunkt der Karwoche in Kemnath. Vor dem Hause des Landrichters am oberen Teil des Marktplatzes wurde die Szenerie des Ölbergs (als des zentralen Ortes des Geschehens) aufgebaut und die Leidensgeschichte Jesu in barocker Fülle nachgespielt. Das "Aus" für die Darbietungen kam, als die Obrigkeit Anstoß an dem nicht so recht in die Karwoche passenden volksfestartigen Treiben nahm, das sich rund um das Passionsspiel entfaltete. Ein Erlass der kurfürstlich baierischen Regierung aus dem Jahre 1770 versetzte der "Kemnather Passion" den Todesstoß - bis zur "Wiederbelebung" anlässlich der 975-Jahr-Feiern der Stadt Kemnath im Jahre 1983. Zu diesem Zweck wurde die Vorlage von 1731 behutsam modernisiert. * Literaturhinweise:
Szene aus der "Kemnather
Passion".
Laut seit dem 1. Januar 1999.
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