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Kemnath -
Ein Streifzug durch die Geschichte.

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Menschliche Besiedelung lässt sich im heutigen Kemnather Land auf Grund archäologischer Funde bereits für die Zeit vor etwa 200.000 Jahren nachweisen. Etwa im 7./8. Jahrhundert u. Z. siedelten sich Slaven in unserer Heimatregion an, wovon zahlreiche topographische Bezeichnungen bis heute Zeugnis ablegen. Angehörige fränkischer Stämme fassten in der Nordoberpfalz Fuß, als das Gebiet Anfang des 9. Jahrhunderts von fränkischen Truppen besetzt und für das Fränkische Kaiserreich gesichert wurde. Die Franken gründeten an einer Straßenkreuzung - ungefähr einen Kilometer nordwestlich des heutigen Stadtzentrums - eine Versorgungsstation für ihr Heer. Aus ihr erwuchs eine Siedlung, die den Namen "Keminata" getragen haben dürfte.

Diese Bezeichnung ist wahrscheinlich auf die Existenz einer Herberge für Kaufleute, die auf den sich nahebei kreuzenden Handelsstraßen unterwegs waren, sowie eines Herrschaftssitzes zurückzuführen ("Kemenate" = beheizbarer Raum, wie man ihn zu jener Zeit in einer "Burg", d. h. einem befestigten Herrschaftssitz, oder einer Herberge vorfand). Etwa auf halbem Wege zwischen dem Kemnather Friedhof und Berndorf erinnert bis heute das Flurstück "Altenkemnath" an dieses wüst gefallene "erste Kemnath".

Der Siedlungsplatz, der an einer damals von drei Seiten her fast uneinnehmbaren Stelle in einer sumpfigen Talaue angelegt wurde, war ein gut gesichertes kleines weltliches und geistliches Herrschaftszentrum, von dem aus sich das Umland gut beobachten und kontrollieren ließ. Von hier aus wurde die slavische Bevölkerung der umliegenden Dörfer (Kulmain, Zinst, "Schirnkaw" im Osten des heutigen Kemnath u. a.) "verwaltet", christianisiert und so in einem Jahrhunderte währenden Prozess weitgehend friedlich assimiliert. Ab dem 10. Jahrhundert drangen Baiern von Süden her in unser Gebiet vor.

 

Kreiswappen Kemnath

Das Wappen des früheren Landkreises Kemnath
spiegelt den geschichtlichen Werdegang des Waldeck-Kemnather Landes wider.
Der weiße (silberne) Ring auf rotem Grund war das Wappen der Herren von Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenohe;
der blaue Querbalken erinnert an die Landgrafen von Leuchtenberg;
der Pfälzer Löwe versinnbildlicht die Zugehörigkeit zur wittelsbachischen Oberen Pfalz.


Als erste Erwähnung Kemnaths gilt eine vom 6. Juli 1008 datierte Urkunde, in der Kaiser Heinrich II. die Übergabe eines Ortes "Keminata" an das kurz zuvor (1007) gegründete Bistum Bamberg bestätigte. Allerdings ist nicht zweifelsfrei zu klären, ob es sich hierbei um unser Kemnath handelt, oder ob nicht vielmehr der Ort Kemmathen bei Gräfenberg in der Fränkischen Schweiz gemeint sein könnte. Verwaltet wurde das heutige Kemnather Land von der etwa fünf Kilometer östlich Kemnaths gelegenen Burg Waldeck aus. Es wird angenommen, dass zunächst die Grafen von Sulzbach das Waldeck-Kemnather Land als Vögte des Bischofs von Bamberg verwalteten. Um 1050 sollen die Grafen von Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenohe unser Gebiet durch Schenkung oder Kauf als Eigentum übernommen haben. Als das Geschlecht der Pettendorfer ausstarb - bislang wurde als Todesjahr des letzten Herrn von Pettendorf, Friedrichs III., das Jahr 1119 angenommen, doch haben sich Anhaltspunkte für einen früheren Tod zwischen 1112 und 1116 ergeben -, sollen die Landgrafen von Leuchtenberg die Herrschaft Waldeck geerbt haben. Doch wird auch vermutet, dass die Leuchtenberger bereits vor 1112/19 das Waldeck-Kemnather Land innehatten. Mangels beweiskräftiger Quellen sind die Herrschaftsverhältnisse in unserem Gebiet für die Zeit vor 1112/19 wohl nicht mehr mit Gewissheit zu klären.

Sicher ist indes, dass die Landgrafen von Leuchtenberg die Herrschaft Waldeck 1283 an den baierischen Herzog Ludwig den Strengen aus dem Geschlechte der Wittelsbacher verkauften. Damit holte das baierische Wittelsbacherherzogtum gleichsam sein "Mutterland" heim, denn auf der Burg Waldeck war um 1100 Helika von Kastl, die Mutter Ottos I. (des ersten Herzogs von Baiern aus dem Geschlechte der Wittelsbacher), geboren worden. Zwischen 1354 und 1375 dürfte der wohl nach 1250 von den Leuchtenbergern an seinem heutigen Platz neu gegründete, 1329 der pfälzischen Linie der Wittelsbacher zugeteilte Markt Kemnath zur Stadt erhoben worden sein; kurz darauf erhielt Waldeck die Marktrechte, wobei die förmliche Erhebung zum Markt 1497 erfolgte. Der alte Ort Kemnath wurde wohl noch im dreizehnten Jahrhundert abgesiedelt, als letztes der leerstehenden Gebäude wurde die alte Kirche 1556 abgerissen.
 

Kreiswappen Kemnath

Kemnath im 17. Jahrhundert,
dargestellt auf einem Relief am alten Landratsamt
und jetzigen Rathaus (Fassade zur Trautenbergstraße).
Photo: Rainer Sollfrank.


Im Mittelalter war Kemnath eine wohlhabende Stadt. Wichtigste Quelle des Reichtums waren die Kaufleute, die auf den durch Kemnath führenden Handelsstraßen Station machten. 1572 wurde Kemnath durch eine Feuersbrunst zerstört. Nach 1623 kam die oberpfälzische Herrschaft Waldeck mit Kemnath unter die Hoheit der baierischen (Münchener) Linie der Wittelsbacher. Die nun einsetzende katholische "Gegenreformation" führte zum dritten Wechsel des religiösen Bekenntnisses innerhalb von weniger als einhundert Jahren - nachdem sich die Kemnather Bürgerschaft 1547 für das "Luthertum" entschieden hatte und 1583 unter obrigkeitlichem Druck zum nüchternen und sittenstrengen "Calvinismus" hatte konvertieren müssen. Der "Dreißigjährige Krieg" verschonte auch das Kemnather Land nicht: 1634 wurde Kemnath kurzzeitig von den Truppen der evangelischen  "Union" unter dem "protestantischen Wallenstein" Bernhard von Weimar eingenommen. Mehrere kleine Ortschaften - Anzenberg, Godas, Neusteinreuth, Schönreuth - wurden 1641 niedergebrannt, die Burg Waldeck wurde 1648 von schwedischen Truppen unter Hans Christoffer von Königsmarck auf deren Durchzug von Franken nach Böhmen belagert und eingenommen.

In dem zum Katholizismus "zurückbekehrten" Kemnather Land blühte das katholische religiöse Leben alsbald wieder auf. Auf Betreiben des Pfarrers Johann Christian Arckhauer erhält Kemnath einen “Stadtheiligen”: Arckhauer erreicht die Überführung der Gebeine des heiligen Primianus aus den Katakomben von Rom in die Pfarrkirche. Primianus wird seither als Stadtpatron verehrt. 1695 erbauten die Kemnather ihm zu Ehren die Primianussäule. Anfang des achtzehnten Jahrhunderts wurde Kemnath zum alljährlichen Schauplatz eines mit barocker Pracht aufgeführten Passionsspieles. Das volksfestartige Treiben, das sich Jahr um Jahr in der Karwoche um die "Passion Comedi" entfaltete, erweckte jedoch das Missfallen der kurfürstlich baierischen Obrigkeit, die im Jahre 1770 per Erlass das Passionsspiel verbot. Erst zwei Jahrhunderte später besann man sich erneut auf diese Episode der Kemnather Stadt- und Kirchengeschichte, und seit den Feierlichkeiten zum 975. Jahrestag der mutmaßlichen erstmaligen urkundlichen Erwähnung unserer Stadt im Jahre 1983 sind die alle fünf Jahre stattfindenden Aufführungen der Kemnather Passion wieder ein fester Bestandteil unseres religiösen und kulturellen Lebens. In Waldeck wurde 1727 eine "Erzbruderschaft 'Maria vom Trost'" gegründet, und bis heute hat das Gnadenbild "Maria vom Trost" in der Waldecker Johannes-von-Nepomuk-Pfarrkirche einen Ehrenplatz.
 

Franziskanerkloster Kemnath

Das 1658 zur Unterstützung der katholischen Seelsorge
im "gegenreformierten" Kemnather Land gegründete,
1802 säkularisierte Franziskanerkloster zu Kemnath;
hier entstanden die Urtexte des Kemnather Passionsspieles.
Zeichnung von Gottlieb Scharff.


1689 wurde Fortschau bei Kemnath zu einem Zentrum des baierischen Büchsenmacherhandwerks, als dort die erste Handfeuerwaffenmanufaktur des Kurfürstentums ihre Arbeit aufnahm (bis 1801). Gewehre und Pistolen aus Fortschau (und noch einiges mehr) können in der "wehrkundlichen Sammlung" des Kemnather Heimat- und Handfeuerwaffenmuseums bewundert werden. 

1698 verlegten die Waldecker Landrichter - angeblich nach einem Brand, der das Landrichterhaus verwüstet haben soll - ihren Amtssitz nach Kemnath. Da die Landrichter damals - und noch bis 1862 - nicht nur die obersten Rechtswahrer, sondern überhaupt die Häupter der Verwaltung im Landgerichtssprengel waren (nach heutigem Sprachgebrauch also Amtsrichter und Landrat zugleich), begann zu jener Zeit Kemnaths Geschichte als "Kreisstadt" und Gerichtssitz. Die Existenz eines Kastenamtes ("Finanzamtes") in unserer Stadt ist schon seit dem fünfzehnten Jahrhundert belegt. 1862 wurden allgemeine Verwaltung und Justiz getrennt; fortan bestand neben dem Landgericht (ab 1879: Amtsgericht) Kemnath das Bezirksamt (ab 1939: Landratsamt bzw. Landkreis). Dieses musste 1931 die Abtrennung des steinwäldischen Gebietes um Erbendorf und Friedenfels hinnehmen, kam um die schon damals drohende völlige Auflösung jedoch einstweilen noch herum.
 

Burg Waldeck vor 1705

Die Burg Waldeck vor ihrer Zerstörung 1705.


Zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts wurde unser Gebiet vom "Spanischen Erbfolgekrieg" in Mitleidenschaft gezogen. Kaiserliche und verbündete Truppen, die gegen das "abtrünnige", auf Seiten Frankreichs (König Ludwig XIV.) kämpfende Kurfürstentum Baiern (Kurfürst Maximilian II. [Max] Emanuel) zu Felde zogen, besetzten im Dezember 1703 die Stadt Kemnath und belagerten über mehr als ein Dreivierteljahr hinweg die Burg Waldeck, die im Oktober 1704 übergeben werden musste und im September 1705 auf Befehl Kaiser Josephs I. "demolieret" wurde. Nur eine Ruine blieb vom einstigen "Herzen" des Waldeck-Kemnather Landes übrig.

In der Nacht zum 25. März 1794 wurde auch die Ortschaft Waldeck durch eine Feuersbrunst, die von einem Blitzeinschlag ausgelöst worden war, so weit zerstört, dass man sich veranlasst sah, sie an anderer Stelle, nämlich nördlich des Schlossberges (der alte Ort hatte südlich des Berges gelegen) völlig neu aufzubauen. Die Ruinen von Alt-Waldeck wurden abgebrochen, die Steine so weit als möglich für die Häuser des neuen Ortes wiederverwendet, die bereits 1730 errichtete Sankt-Johannes-von-Nepomuk-Kapelle zur neuen Pfarrkirche ausgebaut. 1802 wurde Guttenberg, 1819 Schönreuth, 1841 Zwergau durch Großbrände verwüstet. In der Nacht zum 14. Januar 1848 krähte der "rote Hahn" in Kemnath; diesem auf Brandstiftung zurückzuführenden Feuer fielen zwei Drittel der Altstadt zum Opfer.

Das sechs Kilometer südlich Kemnaths gelegene Kastl wurde am 26. August 1796 Schauplatz einer Schlacht, in der Bürger und Bauern aus dem Kemnather Land unter der Führung des Landrichters Max von Gravenreuth 400 marodierende französische Soldaten in die Flucht schlugen, die im Zuge des französisch-österreichischen Krieges auch die Oberpfalz durchquerten. 23 Franzosen und 16 Landwehrmänner verloren dabei ihr Leben.
 

Kemnath 1840

Kemnath um 1840.
Zeichnung von Gottlieb Scharff.


Die 1863 eröffnete Eisenbahnstrecke Bayreuth-Weiden war, trotz aller Bemühungen der Stadt, weitab von Kemnath verlegt worden. Vier Kilometer südwestlich unserer Stadt, etwa auf halbem Wege von Kemnath nach Neustadt am Kulm, befindet sich bis heute der Bahnhof "Kemnath-Neustadt". Versuche Kemnaths, aus dem "bahnverkehrstechnischen Abseits" herauszukommen, dauerten bis in die 1930er Jahre an, blieben aber fruchtlos. Angesichts der wachsenden Bedeutung des Straßenverkehrs nach dem Zweiten Weltkrieg war dies letztlich jedoch zu verschmerzen. Nachdem seit den siebziger Jahren die beiden Hauptverkehrsadern Amberg-Grafenwöhr-Pressath-Marktredwitz (Bundesstraße 299, Staatsstraße 2665) und Bayreuth-Weiden (Bundesstraße 22), an deren Kreuzungspunkt Kemnath liegt, Zug um Zug ausgebaut wurden, kann die Lage unserer Stadt im Verkehrsnetz heute als recht günstig bezeichnet werden.

Den Zweiten Weltkrieg überstand Kemnath ohne größere Schäden; im Gegensatz zu dem Nachbarstädtchen Neustadt am Kulm, das am Morgen des 19. April 1945, nur wenige Stunden vor dem Einmarsch der US-Armee, in Schutt und Asche bombardiert wurde, weil man dort irrigerweise ein Widerstandsnest deutscher Truppen vermutet hatte. Wie durch ein Wunder kamen "nur" drei Einwohner dabei zu Tode. Elf Menschen verloren am Abend desselben Tages ihr Leben, als US-amerikanische Jagdbomber zwei im Bahnhof Kemnath-Neustadt haltende Personenzüge angriffen. Am Vormittag des 20. April 1945 - des 56. Geburtstages Hitlers - wurde dann auch die Stadt Kemnath kampflos von Einheiten der 26th Infantry Division der US-Streitkräfte eingenommen. Nach dem Kriege kamen Flüchtlinge und Vertriebene - hauptsächlich Sudetendeutsche und Schlesier - auch nach Kemnath, wodurch sich dessen Bevölkerung verdoppelte: von gut 1.500 im Jahre 1939 auf annähernd 3.000 im Jahre 1952. Die Kreisbevölkerung wuchs als Folge der kriegsbedingten "Bevölkerungsverschiebungen" (Evakuierung, Flucht, Vertreibung) von 16.558 (1939) auf 23.175 (1950).
 

Kriegerdenkmal

Das Kriegerdenkmal in der Bürgermeister-Metschnabl-Anlage
erinnert an den Blutzoll, den der wilhelminische
und der nationalsozialistische Imperialismus
auch der Kemnather Bevölkerung abverlangten:
an 93 beziehungsweise 147 Kemnather, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg
auf dem "Felde der Ehre" ihr Leben lassen mussten.
Photo: bjp.


Nicht zuletzt dem Zustrom der "Neubürger" aus dem Osten ist es zu verdanken, dass unsere einst als "Notstandsgebiet" und "Armenhaus" verrufene Region seit den fünfziger Jahren ihren Weg "von der 'Steinpfalz' zur 'Aufsteigerregion'" (Regierungspräsident Dr. Wilhelm Weidinger) zurückgelegt hat. Einerseits schufen sich viele Vertriebene eine Existenz in Gestalt neuer Gewerbebetriebe, andererseits wurden die "Zugereisten" aus dem Osten (nach Überwindung der Not und Armut der ersten Nachkriegsjahre) natürlich auch für die alteingesessenen Gewerbetreibenden als Kunden und Konsumenten interessant, wodurch zum Nutzen aller (Alt- wie Neu-Kemnather) bestehende Betriebe vergrößert und neue geschaffen wurden.

Seit den fünfziger Jahren bemühte sich die Stadt darum, durch Ausweisung von Gewerbegebieten als Industriestandort attraktiv zu werden. Dabei profitierte Kemnath, das in das "Zonenrandgebiet" längs der weitgehend abgeschotteten Grenzen zu den damaligen sozialistischen "Ostblock"-Nachbarstaaten DDR und Tschechoslowakei einbezogen worden war, auch von Grenzlandförderungsmaßnahmen. Der Erfolg blieb nicht aus: 1962 ging die Firma Siemens an die Errichtung einer Produktionsstätte für den Unternehmensbereich Medizintechnik, bei der heute ca. 900 Mitarbeiter in Lohn und Brot stehen.

Ein zweiter Großbetrieb hat seine Wurzeln in Kemnath selbst: Die bereits 1692 gegründete Metzgerei Ponnath schuf sich 1989 eine moderne Produktionsstätte, deren "Meistermetzger"-Erzeugnisse in ganz Deutschland und im europäischen Ausland angeboten werden. Etwa 600 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Zu erwähnen sind außerdem noch der Kemnather Zweigbetrieb der Käserei Bayreuth eG mit rund 200 Bediensteten sowie das 2004 eröffnete "Logistik-Center" des Speditions- und Dienstleistungsunternehmens Simon Hegele. Außer diesen großen Unternehmen sorgen zahlreiche Handwerks- und Einzelhandelsbetriebe quer durch die verschiedensten Branchen für eine ausgeglichene und gesunde Wirtschaftsstruktur.
 

Röntgengerät

Röntgengerät von Siemens Medizintechnik Kemnath
auf einer 1978 von der damaligen Deutschen Bundespost der BRD
herausgegebenen Briefmarke aus der Dauerserie "Industrie und Technik".


Die "Gebietsreform" brachte der Stadt Kemnath zwar den Verlust des Kreissitzes (1972) und des Finanzamtes (1978) sowie die "Degradierung" des eigenständigen Amtsgerichtes zu einer Außenstelle des Amtsgerichtes Tirschenreuth (1973), im Gegenzug aber auch zwischen 1972 und 1978 die Eingliederung mehrerer umliegender Gemeinden und Gemeindeteile (Albenreuth, Atzmannsberg, Guttenberg, Höflas, Kötzersdorf, Löschwitz, Schönreuth, Markt Waldeck, Zwergau). Die südliche Nachbargemeinde Kastl ist seit 1978 in einer Verwaltungsgemeinschaft mit Kemnath verbunden. Heute gehört unsere Stadt mit ihren (einschließlich der 38 Stadtteile) rund 5.300 Einwohnern, wie der größte Teil des früheren Landkreises Kemnath (der zuletzt 318 Quadratkilometer mit rund 23.000 Einwohnern umfasste), zum oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth; kleinere Teile des einstigen Kemnather Kreisgebietes fielen an den oberfränkischen Landkreis Bayreuth (SpeichersdorfMehlmeisel) und an den südlichen Nachbarlandkreis Neustadt an der Waldnaab (MockersdorfHessenreuth). 


Bernhard Piegsa

 

Wolfgang Schmelzl Hans von Kössler

Zwei große Söhne unserer Gegend:
Links: Der Dichter Wolfgang Schmelzl (ca. 1500-ca. 1560), genannt der "Wiener Hans Sachs",
geboren in Kemnath.
Rechts: Der Komponist und Musikprofessor Hans von Kössler (1853-1926), geboren in Waldeck.



* Prominente Kemnather ...

  • Paul Wann, 1419-1489, Professor der Theologie in Wien und Domherr in Passau.
  • Johannes Tolhopf (Tolophus), 1429-1503, Rektor der Universität Ingolstadt und Domherr in Regensburg.
  • Matthias Widmann (Matthias von Kemnath), 1429-1476, Hofgeschichtsschreiber ("Chronik Friedrichs I. des Siegreichen") und kurfürstlicher Hofkaplan in Heidelberg.
  • Wolfgang Schmelzl, ca. 1500-ca. 1560, Kantor und Schuldramatiker am Schottenkloster in Wien; bekannt geworden als der "Wiener Hans Sachs".
  • Johann Schröttl, 1535-1583, Abt im Schottenkloster in Wien und Klosterratspräsident.
  • Georg Horn, 1620-1670, Professor und Geschichtsschreiber an der Universität Leiden.
  • Wolfgang Josef Emmerig, 1776-1839, Komponist und Kanonikus an der "Alten Kapelle" in Regensburg.


... und Waldecker:

  • Hans von Kössler, 1853-1926, Komponist und Professor an der Musikakademie in Budapest.

* Die Arbeitsgruppe "Archiv" des HAK hat eine historische Wegleitung durch unsere Stadt erarbeitet. Das reich bebilderte 48-seitige Heft "Stadtführer Kemnath - Auf historischen Wegen durch eine moderne Stadt" kann in der Buchhandlung Märkl, D-95478 Kemnath, Stadtplatz 41, sowie im Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum Kemnath zum Preis von 1,55 Euro erworben werden.
 
 

* Weitere Literaturhinweise zur Kemnather Stadtgeschichte:

  • Anton Reger, Aus der Geschichte der Stadt Kemnath. Heimatbuch, Kallmünz 1981.
  • Festschrift zur 975-Jahr-Feier der Stadt Kemnath 1008-1983. Eine Dokumentation zur jüngeren Geschichte, Kemnath 1983.
  • Heribert Sturm, Kemnath. Landrichteramt Waldeck-Kemnath mit Unteramt Pressath (Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern, Heft 40), München 1975 (ND Pressath 1991).
  • Reinhard H. Seitz, Zur Entwicklung der Stadt Kemnath. Von der "Kemenathe" zu Markt und Stadt, in: Oberpfälzer Heimat 15 (1971), S. 97-112.
  • Heinrich Wanderwitz, Studien zum nordgauischen Adel im Hochmittelalter, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 133 (1993), S. 29-60.
  • Angela Sonnek, Untersuchungen über den Strukturwandel der Stadt Kemnath im Zeitraum von 1900 bis 1960 (Blätter zur Geschichte und Kultur der Oberpfalz 5), Regensburg 1967.
  • Kemnath. Die Altstadt mit der oberen und unteren Vorstadt einschließlich Ziegelhütte um die Jahre 1800-2000. Haus- und Familiengeschichte. Bearb.: Arbeitsgruppe Archiv (im Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreis Kemnath e. V.), Pressath [2002].
  • Sven Daubenmerkl, Vom Kriege. Novelle, Wien 2002.
  • Hans Georg Kraus, Familien-Buch Kraus. Stadt Kemnath in der oberen Pfalz, Prien 1979.
  • Edmund Schraml, Chronik einer schlimmen Zeit. Kriegsbeginn vor 60 Jahren. Zeitzeugen berichten, Velburg 1999.
  • Kemnather Passion. Hrsg. u. mit einer Einleitung von Manfred Knedlik (Heimat - Landkreis Tirschenreuth, Sonderband 1), Pressath 1993.
  • Kemnather Passion 2003. Hrsg.: Stadt Kemnath, Amberg 2003.
  • 700 Jahre Kemnath. Stadt und Land. Festschrift herausgegeben im Auftrag der Festleitung, Kemnath 1950.
  • Kemnather Heimat-Jahrbuch, Kemnath 1950.
  • Der vorstehende Text stützt sich außerdem auf neue Forschungsergebnisse von Herrn Dr. Bernd Thieser, Brand bei Kemnath, sowie von Herrn Hans Lukas, Waldeck.



Kemnath 1536

"Die stat Kemat" auf der Landkarte Michael Ostendorfers
aus dem Jahre 1536.
Eine der ältesten bekannten bildlichen Darstellungen unserer Stadt.




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